Die Baschenis
Es gab einst eine regelrechte Dynastie von Malern und Freskokünstlern, die im Trentino die Spuren ihrer wundervollen Arbeit hinterlassen haben.
Wir sprechen von den Baschenis, ein Geschlecht umherziehender Maler, das eigentlich aus Averara in der Umgebung von Bergamo stammte und etwa zwischen 1470 und 1540 in den westlichen Tälern der Provinz Trient wirkte: in den Judikarien, dem Val Rendena, dem Val di Non und dem Val di Sole. Etwa zehn Mitglieder der Familie sind uns bekannt, die alle eng miteinander verwandt waren und über eine besondere Technik verfügten, die es oft schwer macht einen Künstler vom anderen zu unterscheiden. Ihr Malstil ist essentiell und von außerordentlicher Effizienz. Der moderne Betrachter ist auf Anhieb von den Werken berührt und fasziniert. Man kann sich leicht vorstellen, welchen Eindruck vor vier Jahrhunderten etwa der Totentanz, das berühmteste, von Simone 1539 an der San Vigilio-Kirche in Pinzolo angebrachte Gemälde der Baschenis, bei den damaligen Betrachtern hinterließ.
Wenn wahr ist, was der Heilige Gregor der Große schrieb, daß nämlich die Malerei in den Kirchen dazu diene, den einfachen Menschen zu erklären, was sie ansonsten nicht verstanden hätten, so gehören die Fresken der Baschenis wohl zum denkbar wirkungsvollsten in ihrer Art. Glücklicherweise sind die von dieser außergewöhnlichen Künstlerdynastie angefertigten Werke gut erhalten und können heute an den Wänden vieler Kirchen bewundert werden. Den Augen der heutigen Betrachter, vermittelt diese Malerei eine so präzise Botschaft, daß wir zum Nachdenken über einen Lebensstil veranlaßt werden, den uns die heutige hektische Zeit als Modell vorgaukelt.
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